Ich bin noch nie eines Morgens aufgewacht und habe gesagt: "Heute werde ich ein Ritual schaffen."
Das geschah geräuschlos, fast gegen meinen Willen.
Am Anfang war es nur ein Heißgetränk. Ein Reflex. Dann, nach und nach, begann ich, etwas anderes zu bemerken. Die Stille, die sich einstellt, während das Wasser kocht. Die langsame Geste, einen Tee anstelle eines anderen zu wählen. Der Geruch, der noch vor dem ersten Schluck aufsteigt.
Und vor allem dieser seltsame Moment, in dem die Zeit etwas langsamer wird.
Der Tee hat mir beigebracht, dass ich nicht mehr die ganze Zeit schnell sein muss.
Dass es möglich war, eine Pause einzulegen, ohne triftigen Grund, ohne sie zu verdienen, ohne sie rentabel zu machen.
An manchen Tagen ist diese Tasse belebend, fast fröhlich.
An anderen Tagen ist sie da, um zu beruhigen, zu besänftigen, Gesellschaft zu leisten.
Es gibt keine Regel. Nur ein Zuhören.
Oft sprechen wir von Wohlbefinden als einem Ziel, das es zu erreichen gilt. Als etwas, das optimiert werden muss. Aber für mich hat der Tee genau das Gegenteil bewirkt, er hat mir beigebracht, aufzuhören zu suchen.
Aufzuhören, jede Müdigkeit korrigieren zu wollen.
Aufzuhören, jede Emotion kontrollieren zu wollen.
Zu akzeptieren, dass manche Momente verschwommen, langsam, still sind.
Wenn du mit mir eine Tasse Tee trinken möchtest, hinterlasse mir gerne eine Nachricht.

